Experten-Lexikon
Rahmen- und Karosserievermessung – einfach erklärt
Die messtechnische Überprüfung der tragenden Fahrzeugstruktur nach einem Aufprall, um verdeckte Verformungen und Versätze sichtbar zu machen.
Nach einem schweren Unfall ist das, was man sieht, oft nicht das Ganze. Karosserie und Fahrzeugrahmen können Verformungen aufweisen, die mit dem bloßen Auge nicht erkennbar sind – und dennoch sicherheitsrelevante Auswirkungen haben. Die Rahmen- und Karosserievermessung deckt diese verborgenen Schäden zuverlässig auf.
Was wird bei der Rahmenvermessung gemessen?
Bei der Rahmenvermessung werden mithilfe elektronischer Messsysteme oder Richtbänke die Maßpunkte der tragenden Fahrzeugstruktur erfasst und mit den Herstellervorgaben verglichen. Untersucht werden dabei Längsträger, Bodengruppe, Federbeinaufnahmen, Längs- und Querstreben sowie die Geometrie der Vorder- und Hinterachse. Selbst Abweichungen im Millimeterbereich können auf Strukturschäden hinweisen, die das Fahrverhalten, die Sicherheitseigenschaften bei einem erneuten Unfall oder den Fahrzeugwert dauerhaft beeinflussen. Die Ergebnisse der Vermessung fließen in der Regel in ein vollständiges Schadengutachten ein und bilden Teil der Beweissicherung.
Abgrenzung zur Achsvermessung
Die Rahmenvermessung ist nicht mit der Achsvermessung zu verwechseln, auch wenn beide Verfahren inhaltlich zusammenhängen. Die Achsvermessung prüft Spur, Sturz und Nachlauf der Räder – also die Ausrichtung der Fahrwerksgeometrie. Sie setzt voraus, dass die tragende Struktur korrekt ist. Liegt ein Karosserie- oder Rahmenversatz vor, macht eine Achsvermessung erst nach der Strukturkorrektur Sinn. Bei schweren Aufprällen empfiehlt sich daher die Rahmenvermessung als erster Schritt.
Bedeutung für Unfallrekonstruktion und Wertminderung
Die Rahmen- und Karosserievermessung ist ein wichtiges Werkzeug in der Unfallrekonstruktion: Aus Art und Richtung der Verformungen lassen sich Rückschlüsse auf den Unfallhergang, die Aufprallenergie und den Einschlagwinkel ziehen. Für die Fahrzeugbewertung gilt: Ein dokumentierter und fachgerecht reparierter Strukturschaden beeinflusst den Wert des Fahrzeugs dauerhaft. Aus Sicht eines Kfz-Sachverständigen empfiehlt es sich, nach einem mittleren oder schweren Aufprall eine Rahmenvermessung zu veranlassen – auch wenn das Fahrzeug äußerlich unversehrt erscheint. Das Sachverständigenbüro Marek & Kim unterstützt bei der vollständigen Schadenermittlung in Nürnberg und Fürth – mehr unter Unfallgutachten Nürnberg.
Häufige Fragen
Wann ist eine Rahmenvermessung nach einem Unfall notwendig?
Eine Rahmenvermessung ist in der Regel bei jedem mittleren bis schweren Aufprall sinnvoll, bei dem tragende Karosserieteile betroffen sein könnten. Auch optisch unauffällige Fahrzeuge können durch den Kraftverlauf im Unfallgeschehen strukturelle Versätze aufweisen.
Kann man nach einer Rahmenvermessung noch normal weiterfahren?
Das hängt vom Ergebnis ab. Liegen Maßabweichungen im zulässigen Toleranzbereich, ist das Fahrzeug in der Regel weiterhin sicher zu betreiben. Bei erheblichen Versätzen muss die Struktur fachmännisch gerichtet werden, bevor das Fahrzeug wieder zugelassen werden kann.