Experten-Lexikon
Prognoserisiko
Das Risiko, dass die im Gutachten geschätzten Reparaturkosten von den tatsächlichen abweichen – es trägt in der Regel der Schädiger.
Ein Gutachten ist eine fachkundige Prognose – doch bei der Reparatur können sich verdeckte Schäden zeigen. Wer trägt dann die Mehrkosten?
Schätzung trifft Wirklichkeit
Das Prognoserisiko beschreibt die Möglichkeit, dass die im Gutachten kalkulierten Reparaturkosten von den später tatsächlich anfallenden Kosten abweichen. Gerade verdeckte Schäden hinter Stoßfängern oder an tragenden Teilen treten oft erst bei der Demontage zutage.
Wer trägt die Abweichung?
Wurde das Gutachten sorgfältig und fachgerecht erstellt, trägt das Risiko solcher Abweichungen in der Regel die gegnerische Versicherung – nicht der Geschädigte. Das gilt auch dann, wenn sich der Aufwand im Zuge der Reparatur erhöht.
Diese Sicherheit ist ein wichtiger Grund, warum ein vollständiges Gutachten dem bloßen Kostenvoranschlag überlegen ist. Gemeinsam mit dem Werkstattrisiko sorgt das Prognoserisiko dafür, dass Geschädigte bei unvorhergesehenen Kosten abgesichert sind.
Häufige Fragen
Was passiert, wenn die Reparatur teurer wird als im Gutachten?
Stellt sich erst bei der Reparatur ein höherer Aufwand heraus, geht diese Abweichung in der Regel zulasten der gegnerischen Versicherung – sofern das Gutachten sorgfältig erstellt wurde.